Samstag, 25. Juli 2020

Tag 129 bis Tag 132: Ooooh, ich bekomme Besuch!


Ich habe brav am paper weiter gearbeitet, trotzdem überkommt mich immer öfter das Gefühl, dass ich vielleicht mal auch an der Doktorarbeit schreiben sollte. Schön langsam könnte man ja mal anfangen.

Anscheinend sieht es mit der verheißenen anschließenden PostDoc-Stelle schlecht aus. Mein Chef hat mir empfohlen, mich beim Nachbarinstitut zu bewerben. Für alle, die was anständiges arbeiten: In der akademischen Laufbahn als Biologe fängt man mit Bachelor und Master an. Während der Doktorarbeit/Dissertation wird man in der Regel für 25 – 30 h bezahlt. Danach macht man den PostDoc („nach dem Doktor“) und dann bewirbt man sich auf die nächste Stelle, ich glaube als Assistent oder so. Und mit diesen ganzen Stufen hangelt man sich immer weiter rauf. Natürlich sind alle Verträge befristet und man soll auch die Unis wechseln. Das hat den Vorteil, dass man nie an den Bonus rankommt, den man erhält, sobald man länger als drei Jahre irgendwo bleibt. Das ist ein super System und man kann sein Leben absolut gar nicht planen. Weder das Gehalt noch der Arbeitsort noch sonst irgendwas ist sicher. So toll. Sobald man habilitiert (da hat man dann eine Lehrbefugnis), winkt eine Festanstellung, wenn man Glück hat. Bis dahin ist man über 40, eher 50. Das ganze kann man wahrscheinlich auch schneller haben, wenn man die richtigen Leute kennt und genug Ellbogen hat und sich immer vorn hinstellt.

Jetzt muss ich auf jeden Fall darüber nachdenken, ob ich noch vier Jahre hier bleiben will oder was ich überhaupt grundsätzlich machen will.

Am Freitag ist Flo gekommen und am Dienstag kommen auch noch meine Tante und mein Onkel! Kann es noch besser werden? Ich glaube nicht. 





der schottischen Kuh haben wir Maiskörner auf die Zunge geschüttet
Mit Flo sind wir dann am Samstag mit dem Nostalgiezug ins Weinviertel in den Wildpark gefahren. Dort gab es ganz viele Tiere zum Streicheln! Die waren sehr zutraulich und gierig. Wir haben dann noch einen Zwischenstopp in der Cafete des Wildparks eingelegt, weil Flo einen Kaffee brauchte. Da hingen auch Brezen und sie sahen nicht schlecht aus, weswegen wir uns auch welche gönnten. Es waren wirklich die besten Brezen seit Langem. Sie waren noch warm und fluffig und mit Salz und wirklich gut. Dann ging es zu einem Bauernmarkt, wo ich sehr viele Gurken gekauft habe. Man hätte da noch ganz viele andere Dinge tun können, wie das Schloss anschauen oder mit der Draisine fahren. Oder zu einem anderen Schloss fahren. Oder wandern gehen.

Ich habe das Gefühl, dass die Leute am Land Corona ernster nehmen als in der Stadt. Dabei haben die am Land eh viel mehr Abstand als in Wien.

Wir hätten vom Markt aus mit dem Bus zurückfahren können, aber wir sind lieber gelaufen. Das war eine gute Entscheidung, denn auch wenn es sehr warm war, hatte Flo ihren Spaß in der Botanik.
Morgen geht es dann nach Tulln zu den Garten Tulln.

Morgen ist auch mein Namenstag. Ich habe extra einen Kuchen gebacken, der in meiner Wohnung steht und oben ziemlich angebrannt ist. Aber schmeckt trotzdem. Wir haben den natürlich schon angeschnitten.


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