Donnerstag, 30. April 2020

Tag 46: Zwei-Teile-Puzzle


Ich bin wieder ins Büro geradelt. Ich glaube, ich habe nie zweimal den gleichen Weg hin oder zurück genommen. Und ich suche immer noch den perfekten Weg.
mein Standard-Radieschen hat Blüten

Im Büro war ich nur 5 min, dann bin ich zum Gießen gegangen. Die Blumen sehen miserabel aus und außer dem Mangold und Radieschen sieht man auch keine der eingesetzten Pflanzen. Naja, mal schauen, wie es sich entwickelt.

In meiner Wohnung leben auch noch alle Pflanzen.
Der/die/das Kurkuma hat weitere Blätter! 
Tobi hat sich gut erholt


Sieht aus wie letzte Woche

Nachmittags bin ich shoppen gegangen. Beim Schneider um die Ecke habe ich zwei Masken erstanden. Die müssen ja auch von etwas leben. Und dann habe ich noch eine Yogamatte gekauft. Genaugenommen ist es keine Yogamatte, sondern ein Zwei-Teile-Puzzle einer Matte, die man im Kampfsport verwenden kann. Toll. Nicht sicher, wie begeistert Nikolai über den neuen Einrichtungsgegenstand ist. Aber immerhin muss ich nicht mehr seine Decken für den Sport verwenden. Beim Sport über Skype kamen die Matten auch gleich zum Einsatz. Eine gute Investition. Die Matten sind 2 cm dick und wenn man darauf herumhüpft, ist es auch nicht mehr so laut wie vorher. Außerdem ist es in meinem Alter schon angebracht, seine Knie zu schonen, indem man sich nur auf dicke Matten schmeißt.

Vorm Training wollte ich noch Mittagessen und habe Reis gekocht. Derweil wollte ich noch kurz Mails checken. Ich habe dann schwarzen Reis gekocht, aber ich habe den Topf wieder sauber bekommen. Eigentlich wollte ich noch Hollerkiarchl ausbacken, aber nach dem ganzen Reis habe ich keinen Hunger mehr. Gibt’s dann morgen.

Tag 45: Schalproduktion


An meinem ersten offiziell zahnwehfreien Tag habe ich wieder einige Analysen gestartet, die jetzt ein paar Tage im Hintergrund laufen. In der Zwischenzeit sollte ich weiter an Veröffentlichungen schreiben, oder zumindest an meiner Doktorarbeit, aber warum nicht auf morgen verschieben?
Stattdessen habe ich die Zeit genutzt und weiter an dem Schal gestrickt. Mir ist er inzwischen nicht mehr breit genug, aber damit muss Oma dann leben. Ich fange nicht noch mal von vorne an. Ich rate eh zu Tüchern. Schals trage ich nur in Ausnahmefällen.

Mittags gab es die restlichen Nudeln von gestern mit Öl und Paprika. Sehr exzellent. 

Nur weil es geht, habe ich abends ein Bier getrunken.

Ab und zu habe ich noch das Gefühl, Zahnweh zu haben, aber ich weiß, dass ich gar nichts habe und wenn ich es lang genug ignoriere, geht es eh weg.

Morgen fahr ich wieder gießen. Also… ins Büro zum Arbeiten und dann nach 5 min zum Gießen.



Mittwoch, 29. April 2020

Tag 44: Perfekte Zähne


Normalerweise hasse ich Zahnarztbesuche, weil mein Gebiss nicht grad Standard ist. Meine oberen Schneidezähne haben zum Beispiel keine Wurzeln – haben zwei bis vier unabhängige Zahnärzte/Kiefernorthopäden/Fotzenspangler gesagt. Zu zweien bin ich gegangen und die haben dann jeweils einen Kollegen hinzugezogen. Entsprechend begeistert bin ich dann immer, wenn ich einem neuen Zahnarzt davon erzähle und der erst mal schaut, ob meine Zähne auch wirklich nicht rausfallen, wenn man dran rüttelt. Meine neue Zahnärztin hat davon abgesehen, und hat mich zuerst zum Röntgen geschickt und erst, als ihre Diagnose "Wurzeln vorhanden" lautete, hat sie kurz dagegen geklopft, um ihre Stabilität zu demonstrieren. Sie hat darüber hinaus gesagt, dass meinen Zähnen nichts fehlt. Einerseits freut mich das, andererseits … bin ich jetzt ein Hypochonder? Ich habe seit 6 Wochen Zahnweh – alles eingebildet? Habe ich umsonst keinen Alkohol getrunken? Und wieso habe ich plötzlich wieder Wurzeln in meinen Zähnen? Sind hier die Röntgengeräte besser? Sind sie nachgewachsen? Waren sie nie weg? Fragen über Fragen.

Ich war seit mindestens drei Jahren nicht beim Zahnarzt. Und dann keinen Karies. Ich klopf mir selbst auf die Schultern.

Abends habe ich dann mit dem Schal angefangen. Ich hab ihn dreimal wieder aufgetrennt, bis ich mit der Breite zufrieden war.


Wir haben die letzte Episode der heulenden Carrie angeschaut (im Internet unter Homeland zu finden), und ich hätte dem Russen echt eine anständige Beziehung mit einer emotional stabilen Frau gewünscht.
Märzen im April


Dienstag, 28. April 2020

Tag 43: Another one bites the dust – eh


Vormittags habe ich meine neue Freundin besucht, um Wolle und Nadeln zu kaufen. Der Schal für Oma wird lila-weiß und ist aus Merinowolle. Nachdem ich die meisten Nadeln daheim bei Mama gelassen habe, brauchte ich auch noch dicke Nadeln. Bisher habe ich mit Rundstricknadeln gestrickt, jetzt habe ich zwei lange. Das wird spannend. Außerdem habe ich noch 2 m Gummiband erworben, um unsere Masken zu verbessern.

Viel mehr ist dann auch nicht mehr passiert.

Ich kann mich im Moment nicht so gut konzentrieren. Ich habe mühevoll eine Liste erstellt mit Dingen, die ich noch tun muss (für die Arbeit) und schaffe es nicht, das sinnvoll abzuarbeiten.
Abends gab es wieder Sport mit Freunden – montags immer die Musikedition. Es ist schon sehr lustig, aber wahrscheinlich werde ich diese Lieder nie wieder entspannt anhören können.


Offensichtlich bewohnt eine Taube meinen Blumentopf. Jetzt habe ich ein Sockenstrick-Nadelspiel reingesteckt. Nicht mit mir!
Gequälte Blumen bevor ich ihnen mehr Erde und eine Taubenabwehr gegeben habe

Sonntag, 26. April 2020

Tag 42: Irgendein Witz mit 42


Es ist Sonntag. Sonntage zeichnen sich dadurch aus, dass andere Leute herumschreien. Unter der Woche hört man ununterbrochen "eineuroeineuroeineurooooo" von den Verkäufern unten am Markt. Sonntags rennen kreischende und schreiende Kinder durch die Straße. Sonst ist es recht ähnlich. Die Trambahnhaltestelle knackt immer noch und verkündet 6 und 36 nach jeder vollen Stunde seine pandemischen Weisheiten. Die Trotteln in ihren Autos denken an jedem Wochentag, dass irgendwer sich für ihren "Musik"-"Geschmack" interessiert.

Mittags gab es wieder mal Toast Hawaii.

Und heute abend wird wieder gesungen.

Die Sandler haben es grad auch nicht leicht. Sind ja kaum Leute unterwegs. Wenn ich an die Uni radl, komme ich auch immer am Drogenzentrum vorbei, wo sich immer mindestens 20 Leute sammeln um gemeinsam Bier zu trinken.

Nach dem Singen hab ich mir noch Nudeln warm gemacht. Ich schmeiß grad Antibiotika und die soll ich zum Essen einnehmen. Das ist voll nervig, weil man dadurch zum Abendessen gezwungen wird. Aber morgen nehm ich eh die letzte und dann hab ich meine Ruhe. Morgen geh ich auch Zahnfoto abholen, dann hab ich vielleicht wieder mehr zu erzählen. 

Nikolai hat während des Singens Erde aus meiner Wohnung geholt. Jetzt kann ich den Blumen wieder mehr Sonnenlicht verschaffen. Im Moment versinken die im Topf.

Samstag, 25. April 2020

Tag 41: Wir haben eine Primzahl erreicht.


Heute habe ich versucht, eine Analyse zu wiederholen. Genau genommen versuche ich das seit gestern, aber es funktioniert nicht. Die Probleme sind vielfältig. Zum einen brauche ich 3 verschiedene Programme, um die Analyse durchzuführen. Hinzu kommt, dass ich zwei der Programme nicht auf Linux laufen lassen kann und somit nicht auf den Server schieben kann. Auf meinem Rechner dauert es Stunden, bis diese Programme meine Daten eingelesen haben. Dadurch ist die Fehlerbehebung sehr zäh.

Sonst habe ich nicht viel gemacht. Mittags gab es Kartoffelsalat und Schinken.

Abends ist Nikolai losgezogen, um den alten Staubsauger in meine Wohnung zu bringen. Ich denke, er war neidisch, wie oft ich aus dem Haus komme.


Nichts neues zu berichten.

Freitag, 24. April 2020

Tag 40: Biblische Tage

Am 40. Tag muss immer etwas besonderes passieren. Irgend ein Mensch war 40 Tage in der Wüste, die Fastenzeit ist in der Regel 40 Tage und hat nicht auch Judas 40 Silberlinge bekommen?


Heute ist nichts besonderes passiert.
Außer, dass Tobi von den Toten auferstanden ist.

Um 10 macht der Knopfladen gegenüber auf, also ging ich eine halbe Stunde später los, um einer Freundin 10 m Gummi zu kaufen. Ich werde montags wieder in den Laden gehen um Wolle für Handschuhe und einen Schal für meine Oma zu kaufen. Ich muss ja auch meine neue Freundin möglichst oft in ihrem Laden besuchen. Sie hat mich gefragt, wie lang das Paket nach Deutschland gebraucht hat, weil sie seit einer Woche auf ein Paket wartet, das aber innerhalb von Wien verschickt wurde.

Vielleicht kauf ich dann auch mal ein paar Meter Hosengummi für mich und pimpe meine Masken. Nikolai sagt zwar nichts, aber er wird Gummi auch wertschätzen.

Wir wollten auch Stoffmasken kaufen, haben aber bisher keine gefunden. Ich habe heute welche gesehen, aber ich war nicht in Shoppinglaune. Dummer Fehler. Als ob ich den Luxus hätte, nach Lust und Laune einzukaufen. Gekauft wird, wann und was da ist. Wir haben wohl akzeptiert, dass der Maskenspaß noch länger andauern wird und holen uns Ersatzmasken. Da alle aus Stoff sind, kann man sie gut waschen und mit mehr Masken können wir besser rotieren.

Nach dem Gummikauf bin ich an die Uni geradelt. Ein McD liegt am Weg und da seit dieser Woche der Drive in geöffnet hat, standen auch einige Autos an. Es gab alberne Videos, wo eine komplette Straße vor einem Drive in mit wartenden Autos voll war. Natürlich wollten die nicht alle labbrige Semmeln mit ausgelatschtem Salat drin haben. Die meisten wollten einfach nur heim und konnten an den Trotteln nicht vorbei, die die Straße blockiert haben, nur weil sie nicht selbst kochen können. Mich wundert das ein bisschen, nach welchen Kriterien Geschäfte geöffnet werden. Dass nur kleine Läden bis 400 qm aufmachen dürfen hat den Hintergrund, dass dann Publikumsmagneten noch zu bleiben und die Leute sich hoffentlich verteilen und keine Anstürme auf bestimmte Läden entstehen. Aber warum hat McD auf, aber die meisten Würstelstände nicht? Sind die schon alle pleite? Oder können sie sich das Öffnen nicht leisten, solange so wenig Leute unterwegs sind? Aber zumindest haben nun auch ein paar Leute ein gutes Geschäft, die sonst nicht viel Umsatz haben, wie zum Beispiel der Knopfladen oder Schneider, die jetzt Masken nähen.

An der Uni habe ich voll Ehrfurcht die riesigen Radieschen bewundert.

Dann habe ich eine Analyse gestartet und bin dann zum Hofladen gegangen. Ich war auf der Suche nach einem Radi, aber hier gibt es nur den italienischen, und der ist einen Meter lang. Gefunden hab ich auch dort keinen.

Dann bin ich in den Park gegangen um nach meinem Beet zu schauen und zufällig war auch meine Freundin da, der ich den Gummi gekauft habe. Zusammen haben wir mein Beet bearbeitet und Sachen ausgesät. Von meiner vorigen Aussaat und den Blumen war nichts (mehr) zu sehen. Irgendwer hat meinen Pilzberg durchwühlt. Da gab es wohl einen Feinschmecker.

In der Uni habe ich auch noch einen Austernpilz gefunden! Also das Myzel davon. Ich muss eh bald Körnerbrut ansetzen, dann hab ich wieder Brut von Kräuterseitling und Austernseitling.

Nach dem Garteln ging ich in meine Wohnung. Tobi lebt! Alles außer der Zitrone lebt. Ich warte noch, vielleicht treibt sie noch mal aus, aber ehrlich gesagt hängt da auch nicht viel Herzblut dran. 
Kurkuma mit zwei Stängeln. Ist sie nicht wunderschön?
Nach dem Gießen habe ich die Infusionen neu befüllt und für die Mango einen tieferen Topf gebaut, indem ich den Boden aus einem Topf geschnitten habe und einen weiteren darunter gestellt habe. Dazu habe ich alle Werkzeuge zusammen gesucht und am Ende ging das sehr einfach mit dem Taschenmesser.

Mango Mango Mango
Die Wurzel wollte weiter nach unten
Topfverlängerung

Die Lausinvasion vom letzten Mal hat sich aufgelöst. Es schwirrten ein paar Fruchtfliegen herum, aber sonst war es erstaunlich tierfrei.
Letzte Woche haben sie einen Radikalschnitt bekommen, da sie verlaust waren. Jetzt lausfrei.

Am Weg zurück ins Büro war ich noch mal im Garten, um meine Mangolds auszusetzen. Da gieße ich sie genauso wenig, aber sie haben mehr Nährstoffe und vielleicht gießt sie der nette Herr mal mit, den ich dort getroffen habe. Da war auch noch ein junger Typ, der gefragt hat, ob er mal helfen kann. Er wohne hier seit kurzem und er würde gern mal mitmachen.
Mangold, jetzt draußen bei seinen Artgenossen

Im Büro war die Analyse fertig und ich habe die Daten kopiert und bin wieder heimgeradelt. Es war noch ein Rad übrig am nächsten Radlstand und ich nahm es. Es stellte sich heraus, dass man den Sattel nicht verstellen kann und so musste ich auf Zehenspitzen heimfahren. Ich bin jetzt rechtschaffen müde und habe wahrscheinlich einen Sonnenbrand. Aber wenigstens war ich mal wieder draußen. Ich schaffe den Weg ins Büro jetzt auch ohne Kreislaufkollaps, dank dem regelmäßigen harten Training, das meine riesige kleine Schwester zweimal wöchentlich veranstaltet.
Meine Cheffin hatte wieder einen Ideenschub, was direkt proportional zu Arbeitsvorschlägen für mich ist. Ächz.

Draußen riecht es gerade göttlich! Der Flieder und die Spiräen blühen und duften!

Ich habe auch schon die erste Hollerblüte gesehen. Nächste Woche, wenn ich gießen gehe, werde ich ein paar sammeln und dann gibt es Hollerkiarchl. 


Donnerstag, 23. April 2020

Tag 39: Panoramazähne


Schon wieder ein Termin! Ich muss schon sagen, ist irgendwie doch eine gute Zeit für Zahnarztbesuche. Die Organisation in den Ordinationen ist immer so ausgelegt, dass man möglichst kurz wartet und direkt dran kommt. Das ist dadurch möglich, dass die Hypochonder jetzt daheim bleiben müssen. Heute beim Röntgen war ich auch direkt dran und nach 5 min wieder draußen.4


Wir waren mal wieder beim Einkaufen und haben wieder absurd viel eingekauft. Aber wir haben noch kein Essen weggeschmissen. Dank Nikolai, der immer noch jeden Tag kocht. Mittags gab es Sandwiches aus dem Supermarkt. Wir lieben die Gefahr. Dafür hat er dann abends was warmes gekocht. Schinken mit Rosmarinkartoffeln und Feldsalat mit Kernöl.

Meine Blümlis wachsen weiter, genau wie meine zukünftigen Beetbewohner.


Nach dem Röntgen bin ich noch durch die Straße gelaufen und habe geschaut, wer schon alles offen hat. Die ganzen Dönerläden haben einen Tisch vor der Verkaufsstelle als Abstandshalter und zum Teil noch Schilder, dass man an eine WhatsApp-Nummer seine Bestellung schreiben soll und dann abholen kommen kann. Praktisch glaube ich eher, dass alle laut die Distanz überschreien.

Morgen geh ich dann wieder zu meiner neuen Freundin zum Hosengummi-Kaufen. Hab neue Bestellungen bekommen.

Ich habe heute die fertigen Socken abgeschickt. Sie sollten nächste Woche bei meinen Neffen ankommen.
Mir fällt grad auf, dass ich mal meiner Oma einen Schal versprochen habe. Jetzt wär ein guter Zeitpunkt, mal anzufangen an dem Versprechen zu arbeiten.

Oh nein, der Hase ist entkommen!

Tag 38: Das Haus des Leberknödels


Heute ist ein Päckchen von daheim gekommen mit Ostersachen drin! Noch mehr Schokolade! Großartig! Nikolai hat sich schon gewundert, warum der Postbote so penetrant klingelt, wo er doch gar nichts bestellt hat.




Mittags gab es Käsekreiner mit Röstis und Ei.

Eigentlich könnte ich die Socken, die schon länger fertig sind, auch meinen Neffen schicken. Gleich morgen, wir wollten eh noch einkaufen gehen.

Morgen bin ich auch beim Röntgen. Wie erwartet, wollte meine Zahnärztin ein Panoramafoto meiner Zähne. Jeder will Fotos meiner Zähne.

Heute habe ich ein bisschen gearbeitet und viel Prokrastiniert.

Nach dem Singen – heute wieder Frauenrunde – gab es Leberknödelsuppe aus der Dose. Also, wir haben die schon aus Schüsseln gegessen, aber sie war sehr schnell zubereitet.

Die Karotten sind schon richtig groß geworden. Am Freitag werde ich sie wahrscheinlich aussetzen. Oder ich hole mehr Erde und sie haben noch eine längere Schonfrist.

meine Blümchen. 
Ich muss echt mal langsam meine Schwammerln füttern.

Mittwoch, 22. April 2020

Tag 37: Endlich wieder normal arbeiten


Nachdem ich jetzt nicht mehr an die Präsentation denken muss, kann ich wieder ganz normal meine Daten analysieren. Ich habe nämlich Fehler gemacht und muss alles wiederholen. Das ist eh nicht schlimm, das macht mein Computer für mich. Und Zeitdruck verspüre ich eh nicht.

Ich dachte, meine Ergebnisse wären bahnbrechend und nie dagewesen etc, aber tatsächlich hat schon mal jemand genau das gleiche für eine nahverwandte Art gezeigt. Aber egal, mehr Wissen ist mehr Wissen.

Da die Analysen meinen PC belegen, habe ich es ruhig angehen lassen. Mittags gab es Toast Hawaii. Nikolai macht das gerne.

Nikolai telefoniert oft mit seiner Mama und dann reden die in diesem lustigen Dialekt. Er würde es wahrscheinlich Sprache nennen. Irgendwann fiel dann das Wort "Österreich" und im Dialekt klang das wie "Östrich", also entweder Ö- oder nur die Striche überm O, also ´´.

Die Samen, die ich für mein Beet keimen lasse, keimen zum Großteil schon. Vor allem die Karotten wachsen sehr gut, aber auch die Radis und der Pastinak treiben schon aus. 

Stimmt schon, direkt aussäen wäre sinnvoller gewesen, zumindest bei den Karotten. Und sie aus der geschützten Atmosphäre auf das wilde Beet zu transferieren ist auch nicht die feine Art. Aber ich komm halt sehr selten zu meinem Beet im Moment und ich will die Pflanzen ja auch sehen. Und direkt aussäen kann ich ja immer noch.

Die anderen Hobbygärtner in dem Garten, wo mein Beet liegt, sind sehr eifrig und da muss ich dann auch schauen, dass ich azyklisch hinfahre. Keine Lust auf Geldstrafen für zu enges Gärtnern. Ich glaube, wir haben da ein typisches Kleingartenklima. Aber getroffen habe ich erst zwei von den Kollegen.

Dienstag, 21. April 2020

Tag 36: Präsentation erledigt


Heute war der große Tag! Der erste feste Termin seit 6 Wochen! Ich hatte bis zu 50 min Zeit meine Forschungsergebnisse zu präsentieren und natürlich war ich nach einer halben Stunde schon fertig. Ich finde alles, was über 20 min hinausgeht übertrieben. Und unsere Ergebnisse sind schon echt cool. Allerdings sah das niemand anderes so. Da herrschte eisernes Schweigen.

 Am Abend haben wir dann wieder Sport gemacht. Unsere Sportgruppe wächst beständig.

 Ja, ich habe gestern schon wieder verpasst, meinen Tagesbericht zu liefern. Ich hoffe, dass das nun wieder besser wird, wo ich nicht mehr dem immensen Druck ausgesetzt bin, zu einer bestimmten Uhrzeit ordentlich angezogen zu sein und etwas fertig zu haben.

Dieser komische Früchtesenf verfolgt mich. Ich komm da einfach nicht drüber hinweg. Wer macht so etwas?

 Ich habe gestern jeweils 10 Samen von allem ausgesät, was ich anbauen will und ich glaube, die Karotten und der Lauch keimen schon. Morgen muss ich mich dann mal um meine Schwammerl kümmern und am Mittwoch hab ich einen Zahnarzttermin. Schon wieder was , wo man zu einer bestimmten Uhrzeit angezogen erscheinen muss.

Im Moment kann man im Blog nicht alle Bilder sehen, aber anscheinend ist das nicht meine Schuld und auch nicht Deine. Es wird mit Hochdruck dran gearbeitet, dass die bald wieder alle da sind.

Samstag, 18. April 2020

Tag 34: Nahrungslieferung




 Nikolai war gestern beim Einkaufen und hat Nudeln mitgebracht. Die Pandemie-Edition. 2.5 kg Nudeln. Keine Ahnung, wo er die hingeräumt hat. Ich vermute, dass unsere Kinder eines Tages damit spielen werden und Häuser daraus bauen werden.



Gestern habe ich noch ein Paket auf die Post gebracht. 50 m Hosengummi. Den Gummi habe ich in einem Laden auf der anderen Straßenseite gekauft. Das ist so ein Laden, wo ich eh schon immer mal rein wollte. Im Laden bekommt man Kurzwaren und Wolle und ich liebe Wolle. Aber ich habe noch genug für 2 Winter. Die Verkäuferin kennt jetzt meine halbe Lebensgeschichte. Ich musste die Gelegenheit nutzen, mal wieder mit wem anderen in Person zu sprechen.

Mittags kam heute ein Freund von Nikolai vorbei. Er blieb natürlich draußen mit Sicherheitsabstand, aber wir tauschten Güter aus. Er brachte Eier von Hühnern aus seinem Freundeskreis und Kekse als Dank für die Unterstützung beim Computerschrauben durch Nikolai. Wir tauschten gegen Lindt Ostereier. Dann fiel mir ein, dass ich meine Schwammerl schon lange sträflich vernachlässigt habe und gab ihm ein Do-It-Yourself-Kit zur Schwammerlzucht mit. Also eine Platte Myzel, Roggen und Gläser. Ich bin gespannt, ob ich am Ende auch von ihm Babyfotos bekomme.

Ich habe immer noch ein Agar Kräuterpilz, den ich für Körnerbrut verwenden will, aber ich glaube, vor meiner Präsentation am Montag habe ich da keine Muse.

Abends schaute ich den Kühlschrank durch und der abgelaufene Quark stach mir ins Auge. Also gibt es Quark zum Abendessen. Ich durchforstete weiter alle Schränke, um etwas zu finden, was ich in den Quark geben könnte. Am Ende blieb ich bei einem Glas hängen, das uns Nikolais Mutter geschenkt hatte. Es kam aus Italien und es waren Früchte auf dem Etikett. Wunderbar. Also dekorierte ich fleißig den Quark mit Früchten, um hier ein schönes Foto reinstellen zu können. Stolz trug ich meine Errungenschaft an meinen Platz und nahm einen ersten Happen. Von allem, was ich erwartet habe, … das nicht. Es schmeckte nach Kren. An eine Verunreinigung glaubend probierte ich den Quark pur, dann noch mal das Fruchtzeug… Schließlich wagte ich mich ans Originalglas heran. Die Früchte schmeckten wirklich nach Kren. Hätte ich mal das Etikett gelesen, wäre mir da wahrscheinlich was gedämmert, denn da stand gut lesbar "Mostarda". Anscheinend eine italienische Spezialität, aus Früchten Senf zu machen. Ich überlege noch, ob ich das für eine gute Idee halte. Mit Quark werde ich es nicht noch mal essen. Vielleicht mit Fleisch.

Tag 33: Panik

Ich habe den ganzen Tag versucht, meine Ergebnisse zu verstehen und einen Text für meine Präsentation vorzuschreiben. Ich habe offensichtlich keine Ahnung von der Erdgeschichte.

Am Abend wurde ich von einer Dame angerufen, die mich zu meinem Radio-Hörverhalten befragen wollte. Ich hab sie um eine Stunde vertröstet um dann eine Stunde später zu erfahren, dass sie eh schon genug Leute aus meinem Bezirk befragt haben. Dann halt nicht.

Bis Mitternacht saß ich dann an meiner Präsentation und fertig bin ich auch nicht. Morgen versuche ich dann zumindest grob zu verstehen, was ich da erzähle und hoffentlich kann mir meine Cheffin noch ein paar Fragen beantworten. *Schwitz*

Donnerstag, 16. April 2020

Tag 32: Wie konnte ich nur??


Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass ich euch um einen Tagesbericht betrogen habe. Die Ursache ist schnell erklärt: Ich war früh im Bett, in der Hoffnung, dass ich mich heute fit für die Arbeit fühle. Bin dann mit Kopfweh aufgewacht. Aber sorgt euch nicht, da habt ihr eh nicht viel verpasst. Gestern  gab es Käserisotto zu Mittag und abends war Singen angesagt. Die restliche Zeit habe ich vertrödelt.

Heute habe ich mich dann voller Tatendrang an meine Präsentation gesetzt und angefangen, sie zu verbessern. Nach einem spektakulären Mittagessen mit Bratkartoffeln, Berner Würstchen und Tomatensalat brachen wir auf zum Shopping. Ich hatte einen Auftrag zu erledigen: 50 m Hosengummi. Die Quest schaffte ich ohne Probleme in dem kleinen Knopfladen gegenüber. 

Dann zogen wir los, um unseren privaten Supermarkt nachzufüllen. Osterware ist 50 % billiger. Ich wollte Karotten Pastinak und Sellerie als Samen kaufen, letztendlich habe ich keinen Pastinak gefunden, dafür aber Rote Rüben, Grazer Krauthäupl, Radi und Wurzelpetersilie. Mir ist bewusst, dass ich das nicht in 4 qm unterbringe und das viel zu viel Samen ist, aber ich konnte mich halt wieder mal nicht zurückhalten. Es ist ein Hobby! Dafür kann man grundlos Geld ausgeben!

Dienstag, 14. April 2020

Tag 30: 4 qm Beetglück


Endlich war es soweit – Dienstag, der Tag, wo ich zum Dienst fahre. Wie beim letzten Mal bin ich mit einem Leihrad zur nächstgelegenen Station geradelt und bin von da aus zu Fuß weitergelaufen. Als ich ankam, ging mein Chef gerade. Wir haben noch kurz Höflichkeiten ausgetauscht, dann bin ich arbeiten gegangen. Für heute war geplant, meine Art auf Unterarten zu prüfen und nebenbei wieder einmal Analysen laufen lassen. Endlich mal wieder einen Bildschirm in anständiger Größe.
Mittags habe ich mir Kürbissuppe in der Mikrowelle warmgemacht.

Meine Radieschen sind riesig geworden! Und der Petersil lebt auch noch. Die brauche ich für die Arbeit, nicht zum Essen.

Auf dem Weg zu meinem Beet habe ich festgestellt, dass der Laden an der Uni offen gehabt hätte. Die verkaufen da regionales Gemüse und so. Schade, dass ich das vergessen habe.

Dann war ich endlich bei meinem Beet! Es ist wunderschön! Mein Vorgänger hat mir Mangold, Minze, irgendwas Aromatisches und sehr viel Gras und Löwenzahn hinterlassen. Die Beetmarkierungen sind irreführend, aber genug Platz ist schon da. Es gibt nämlich weiße Striche an den Wänden und dann noch Bretter, die im Beet unterteilen und beide behaupten unterschiedliche Dinge.
vorher

nacher

Auch wenn der Mensch, der mir alles erklärt hat, ein Fan von Löwenzahn und anderem Unkraut ist, habe ich das dann rausgerissen. Die haben alle möglichen Gerätschaften in einem Schuppen, aber weder eine Grabgabel noch kleine Handschaufeln. Ich frage mich, ob ich falsche Vorstellungen vom Gärtnern habe. Die größten Wurzeln habe ich rausgerissen (oh nein, ich habe den Boden gestört!), dann habe ich Pilzmyzel vergraben und ein paar Blumen gepflanzt und Samen ausgestreut. Den Samen kann ich heuer sonst eh nicht mehr verwenden und alt ist er auch noch. Wenigstens haben sie jetzt eine Chance auf Wachstum.

Morgen im Supermarkt kaufe ich dann Samen der wirklich wichtigen Kulturen! Pastinak! Und Sellerie! Und Karotten. Vielleicht nehme ich auch noch einen Salat dazu für die Schnecken.

In meiner Wohnung bot sich mir ein Bild der Freude und des Schreckens. Einerseits gedieh die Mango prächtig. Sie sieht sehr gesund aus und wächst auch in einem anständigen Maß. 

Andererseits ist mir Tobi fast krepiert! Mein kleinblättriger Basilikum! Ich esse eigentlich nie Basilikum, aber darum geht es ja auch nicht! Tobi ist mit mir in diese Wohnung eingezogen. Ich habe ihn von daheim mitgebracht und er hat mich seit drei Jahren überlebt. Ich habe die Hoffnung, dass er sich auf solche Dürreperioden vorbereitet hat, da ich in seinem lang/dreijährigen Leben schon oft unregelmäßig gegossen habe (allein schon, wenn ich wieder sechs Wochen auf Urla… Exkursion war.). 
RIP Tobi
Der Kurkuma hat sich tatsächlich von meinen letzten Misshandlungen erholt und hat einen Trieb! 
Kurkuma mit Wodkainfusion

Nachdem ich alle Mitbewohner gegossen und ihre Flaschen nachgefüllt habe, habe ich den Staubsauger eingepackt und bin heim gefahren. Das andere heim, das bei Nikolai.
Mangold ohne Bewässerung - lebt immer noch

Nikolai hat noch Toast Hawaii gemacht. Er hat den ganzen Tag nichts gegessen! Den kann man auch nicht alleine lassen.

Tag 29: Die fünfte Woche beginnt


Ab morgen dürfen kleinere Läden wieder öffnen, sofern sie nicht zu viele Leute gleichzeitig reinlassen. Ich überlege, ob ich eine Isomatte für unseren Fitnesskurs brauche, aber ich will nicht einkaufen gehen, zumindest nicht jetzt, wo das wahrscheinlich alle tun.

Das eigentlich fatale an der Situation ist, dass ich freiwillig arbeite. Es ist alles so fad, dass meine Arbeit echt spannend wirkt. Gut, meine Arbeit ist auch toll, aber am Wochenende und an Feiertage sollte man ausspannen. Meine geistige Leistungsfähigkeit nimmt auch ab, aber was soll man machen.

Zum Essen gab es Rest. Wir haben noch viele Reste von allem.

Ich hab dann abends mit meiner Cheffin videotelefoniert um die Präsentation zu besprechen. War ganz ok, glaube ich.

Danach gab es das Fitnessprogramm von der Judogruppe, was wir auf Skype verlegt haben, da wir langsam zu viele werden für WhatsApp. Papa hatte seinen Judoanzug an und fragte mich empört, wo denn meiner wäre. Na gut, dann halt im Judoanzug. Während dem Training kam dann auch meine Tante vorbei und machte mit. Dank der seltsamen Teilnehmer machen wir hauptsächlich Kniebeugen.
Ich hatte vor der Isolierung weniger Kontakt zu meiner Familie als jetzt, wo wir zweimal pro Woche trainieren und zweimal singen. Ich bin im Urlaub fast immer heimgefahren, aber wir telefonieren nur im äußersten Notfall.

In einer Email wurde mir angeboten, den angebrochenen Russischkurs online fortzusetzen, was ich dankend annahm. Ich weiß noch nicht, wann und wie das stattfinden wird, aber am Ende wird sich Nikolai für eine weitere Stunde verkriechen. Tut mir ja Leid, aber er sagt, es passt schon so. Immer, wenn ich Konferenzen abhalte, geht er aus dem Zimmer. In der Einzimmerwohnung. Anscheinend ist der Gang attraktiver als unser Singen. :P Aber ich schätze es schon, dass er mich machen lässt. ... Hätte ich mal weiter gelernt, aber ich habe einfach mal fünf Wochen gar kein Russisch gelernt.


Die Blumen sind fleißig gewachsen. Morgen kann ich dann ein paar rausnehmen, so die Hälfte circa, und in mein neues Beet pflanzen. Ich habe auch noch Radieschensamen, Petersiliensamen und Schnittlauchsamen, die ich da unterbringen kann.

Sonntag, 12. April 2020

Tag 28: Tag der Völlerei – und 4 Wochen!


Gestern bin ich früh ins Bett gegangen und diesmal haben mich keine trampelnden Büffelherden geweckt.

Das wichtigste an Ostern ist, dass man sich den ganzen Tag einer maßlosen Völlerei hingibt. Das beginnt mit einem ausgedehnten Frühstück. Es gab Osterpinze mit Osterschinken und Osterei. 


Zu Mittag gab es Osterschinken mit Kartoffelsalat – das Original mit Mayonnaise, worauf Nikolai besteht (den Salat hat auch er gemacht). 

Und immer, wenn es grad nichts zu essen gab, haben wir Schokoeier gegessen.

Damit der Tag nicht wie jeder andere wird, habe ich mich nicht vor den Rechner gesetzt, sondern an meinem Socken weiter gestrickt. Dann habe ich aber kapituliert und doch wieder eine Analyse gestartet und Ramschfilme angeschaut, während ich weiter strickte.

Ich habe nun auch meine Osterpost geöffnet und mich sehr gefreut. Auch gefreut haben mich die ganzen Ostergrüße, die mich erreicht haben. Vor allem wenn sich wer über meine Post gefreut hat.
Gleich singen wir wieder und dann können wir auch noch weiter Ramschfilme anschauen.
 
<3

Samstag, 11. April 2020

Tag 27: Kartag 2


Ich hab wieder schlecht geschlafen, was sich schnell und massiv auf meine Tagesstimmung auswirkt. Ich träume sehr seltsame Dinge und wenn ich mich dann auch noch daran erinnere, schlaucht das ziemlich. Heute hab ich erst geträumt, dass jemand wutentbrannt neben mir herumtrampelt. Dann war ich ein Flugzeug und bin angestürzt. Der Aufprall war sehr laut und ging in ein Geräusch über, als würde jemand mit beiden Fäusten auf seine Tastatur eindreschen. Kann ich nicht einfach schöne Dinge träumen? Blumenwiesen, Gemüsebeete, solche Sachen? Das Flugzeug im Traum kam wahrscheinlich aus dem Film, den wir am Abend angeschaut haben. Con Air oder so. Die Handlung: Ein sehr schlecht organisierter Haufen von Polizisten soll einen Haufen sehr brutaler Verbrecher von a nach b schaffen.  In einem Flugzeug. Die Verbrecher kapern das Flugzeug und am Ende sind viele tot. Der "Held" ist jemand, der leicht die Fassung verliert und dann andere Menschen erschlägt. Eigentlich mag ich Filme, wo sie sich gegenseitig verdreschen, aber das war mir dann doch alles zu brutal. Es gibt viel Feuer und Schießereien und absurde Tode. Keine Charakterentwicklung, keine Menschen, für die man Sympathien entwickelt und sehr viele unlogische Vorkommnisse. Ein guter Film für Saufspiele, sofern man eh schon betrunken ist.

Für den Pinzenteig hab ich das Internet durchforstet bis ich dachte, ich hätte ein geeignetes Rezept gefunden. Auf halben Weg stellte ich fest, dass 6 Eigelb verwendet werden sollten, was ich kategorisch ablehne. Das bedeutet nur wieder mehr Arbeit, wenn ich die 6 Eiweiß dann verarbeiten muss. Nein danke, nicht mit mir. Ab da habe ich dann improvisiert. Den Teig habe ich den ganzen Tag gehen lassen und immer wieder heruntergeknetet. Dazu bestand keine Notwendigkeit, aber es hat den Vorteil, dass man dann den ganzen Tag lang Teig naschen kann. Die Pinzen (oder Prinzen, wie mein Neffe sagte) sind etwas schwärzer als unbedingt notwendig geworden, aber ich werde sie wahrscheinlich eh alleine essen, also egal. Nikolai isst keinen Kuchen, und süße Semmeln sind ja fast Kuchen. Verschenken ist auch schwierig gerade mit der Pandemie.

Ich habe den ganzen Tag über analysiert und Graphiken verbessert. Ich hasse meinen Laptop mal wieder dafür, dass er so klein ist.

Zu Mittag gab es heute Camembert. Aufgebacken und mit Panade.

Dann wurde es Zeit für das Osterlamm. 

Stellt sich heraus, ich habe doch Lebensmittelfarbe daheim – die hatte ich für die Plätzchen zu Weihnachten gekauft. Als erstes habe ich also die Bauchwunde des Lamms versorgt. 

Dann hat es Fell bekommen. Die Augen sind ganze Nelken (auch gut zum Betäuben im Mundraum). 

Und schließlich braucht jedes Osterlamm so eine komische Fahne (kein Alkohol) im Rücken. Ich habe genau einen Korb und der ist genau auf ein Lamm ausgelegt. Das restliche Zeug, also Eier, Schinken und Salz, quetsche ich morgen früh dazu. Daheim haben wir immer so einen Korb in die Messe mitgebracht, damit der Pfarrer mit seiner Klobürste Weihwasser draufsprenkeln konnte. Da gehört Brot (das Lamm), Fleisch (das Lamm oder Schinken), optional Eier und Salz rein.
Für den Osterkorb habe ich die guten weißen Servietten mit dem Blumenmuster genommen.
Das kann ich dann auch allein essen. Fällt auch unter Kuchen.

Ich bin mit dem ganzen Brimborium aufgewachsen und für mich gehört das alles dazu. Nikolai sieht Ostern nur als 1-2 zusätzliche Feiertage, wo die Geschäfte nicht offen haben. Hat er mich doch echt vorher gefragt, ob er Pinzen essen darf. Klar, aber erst morgen, meinte ich. Habe dann relativiert. Er muss da ja nicht mitmachen. Und ernst genommen habe ich meine eigenen Regeln nicht. Ich habe seit 4 Wochen Osterhasen und Eier gegessen. Ich würde mich freuen, wenn ich morgen mit meinen Eltern frühstücken könnte. Wie schon mal erwähnt, das ist das erste Mal, dass ich an Ostern nicht daheim bin. Ostern daheim ist eine Menge Arbeit vorher mit den ganzen Lämmern die man backen und Eier, die man färben muss. Und die grauslige grüne Suppe am Gründonnerstag! Das ist ein Übersetzungsfehler mit grün! Aber am Ostersonntag quillt dann der Tisch über mit dem besten Essen, das man sich vorstellen kann! Endlos viele Eier (oder auch mal weniger, wenn Mama mehr verkauft hat als erwartet), der beste Räucherschinken, Mamas Kräutersalz, viele verschiedene Käsesorten, Kaffee und Tee und die beste Gesellschaft. Sonntagmorgen kommt immer das Sonntagshuhn im Radio und an Ostern ist das eine besonders lange Sendung. Wir dachten früher, dass Papa das wegen uns immer anschaltet, aber er hört es auch ohne Kinder im Haus. Daheim essen ist immer etwas besonderes. ... Ich hatte ungelogen ein Jahr lang Heimweh, nachdem ich ausgezogen bin. Die Sehnsucht nach Hause holt mich jetzt auch wieder ein. 
Vielleicht kann ich ein paar davon am Dienstag in mein neu errungenes Beet übersiedeln

Nach getaner Arbeit habe ich mich hingelegt, Ich bin echt noch sehr müde. Aber jetzt geht es weiter mit meinen Daten. Und dann ohne Bier und ohne komische Filme ins Bett, vielleicht bin ich dann morgen auch mal wach.