Dienstag, 31. März 2020

Tag 16: Krisenbastelstunde


Die Kresse muss weg! Besser wird sie nicht mehr.

Es gibt keinen Fortschritt im Blumenbeet.

Heute gab es Berner Würstl mit Erbsen. Ein sehr gutes Beispiel, wie sich Nikolais und meine Kochgewohnheiten unterscheiden: Während ich in der Regel Reis/Nudeln/Kartoffel mit Gemüse (meistens als Soße) koche, lehnt er zu viele Kohlehydrate ab und setzt auf Fett und Proteine. Morgen gibt es Pizza, weil ich Pizza will. Und weil die Schwammerl weiter müssen.

Für die Arbeit habe ich mich heute nicht verausgabt, weil ich noch stolz und faul auf das Werk vergangener Tage blickte. Dafür habe ich Vorlagen für Fadengrafik gegoogelt und ausgedruckt. Immerhin ist schon nächste Woche Ostern! Nikolai war auch noch mal einkaufen und hat mir einen Osterschinken mitgebracht. Ich habe aber noch nicht mit den Karten begonnen, da ich mir dann zwischendurch ein Interview unseres Chefs (also Kurz) angeschaut habe und da hat er gemeint, dass man statt den Masken, die bald am Supermarkt ausgegeben werden sollen, auch Tücher etc. nehmen kann. Die Vorstellung, jedes Mal so ein Wegwerfding zu nehmen, ist mir zuwider, weil bei uns auch keine medizinische Notwendigkeit besteht. Es geht ja nur darum, dass man in den Mundschutz hustet und nicht sonst wo hin. Also habe ich mich zu meinem Kleiderschrank begeben und alle T-Shirts durchgeschaut, die mir in zwei Wochen eh nicht mehr passen werden. Ich habe die Rückseite ausgeschnitten und dabei die Naht jeweils drangelassen, damit es stabiler ist. Dann habe ich es so gefalten, dass ich vier Lagen hatte. Ich habe ringsum mit Meisterhand alles vernäht. Ich habe leider keine Nähmaschine hier herumstehen und so hat mich der ganze Spaß zwei Stunden gekostet. Dann habe ich unten und oben ein Stück Häkelgarn eingefädelt (jeweils horizontal) und dann von oben nach unten alles gerafft (wie einen Fächer gefalten) und mit weiteren zwei Fäden links und rechts zusammengebunden. Den oberen Faden habe ich hinterm Kopf zusammengeknotet, der untere bleibt offen, sodass man den jedes Mal selbst binden kann (auch hinterm Kopf). Die Gesichtsabdeckung sitzt ganz gut, wenn man den oberen Faden übers Ohr legt.
oben Geschirrtuch, unten T-Shirt


Erst mal Pause machen. Vom Nähen hat meine Hand geschmerzt und ich hatte Hunger. Ich mag Kohlehydrate, also habe ich mir ein Brot geschmiert mit Schmalz OR SO I THOUGHT! Tatsächlich war der Aufstrich vegan und auf Kokosbasis. Ich hasse Kokos, aber das Zeug hat wie richtiger Schmalz geschmeckt. Hut ab. Ich hab das im Übrigen nicht gekauft. Da hatte wohl Nikolai eine vegane Phase.

Wir werden zwar in Zukunft (vielleicht?) abwechselnd einkaufen gehen, aber mehr Masken sind mehr Masken. Also habe ich alle Geschirrtücher zusammengesucht, die ich vom letzten Heimatbesuch "ausgeliehen" habe. Tatsächlich frage ich Mama immer vorher und sie vererbt mir dann die, die nicht in ihre Sammlung passen. Zwei habe ich hier bei Nikolai. Der Vorteil von Geschirrtüchern ist, dass sie sehr grob sind und ich deshalb auch mit einer riesigen Nadel durchstechen konnte und somit das Häkelgarn direkt reingesteppen konnte. Ich habe also wieder das Tuch auf vierlagig gefalten.
Oben ist da, wo nicht die Enden sind. Da lege ich einfach einen Faden durch. 

Unten habe ich mit einem Faden alle vier Lagen locker zusammengenäht. 

Dann habe ich noch von unten nach oben gerafft und wieder mit einer Schnur fixiert – fertig.

 Arbeitsaufwand 15 min. Die Tücher kann man dann auch kochen/waschen und oft verwenden. Und am Ende hat man immer noch Geschirrtücher. Mit kleinen, dekorativen Löchern an den Rändern.

Das habe ich mit zwei Tüchern gemacht. Ich habe auch noch ein Dreieckstuch, das zur Not auch verwendet werden könnte.

Nebenbei habe ich noch Analysen laufen lassen. Immer wenn ich zwei Zeilen Code schreibe, fühle ich mich wie ein Genie. Genug der Schinderei. Jetzt schau ich mir wieder schöne Dinge im Internet an. Sowas wie Rezepte für Osterpinzen.

Hab grad Nikolai gefragt, welchen Gesichtsvorhang er bevorzugt und er meinte, die schwarze ist die coole, die gelbe was für Clowns und die blaue für die Hausfrau. Pfff.

Ich möchte noch mal auf das Vermummungsverbot in Österreich hinweisen. Wir machen uns strafbar, egal was wir machen. Ohne Mundabdeckung gefährden wir andere und dürfen kein Essen mehr kaufen. Mit Gesichtsverhüllung verstoßen wir gegen das Vermummungsvervot, das vorschreibt, dass man das komplette Gesicht erkennen können muss. Die Ausnahmen liegen im Ermessen des kontrollierenden Polizisten und da wird keiner was gegen Mundschutz sagen, aber jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, das Gesetz wieder zu streichen.

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