Die Kresse muss
weg! Besser wird sie nicht mehr.
Es gibt keinen
Fortschritt im Blumenbeet.
Heute gab es
Berner Würstl mit Erbsen. Ein sehr gutes Beispiel, wie sich Nikolais und meine
Kochgewohnheiten unterscheiden: Während ich in der Regel Reis/Nudeln/Kartoffel mit
Gemüse (meistens als Soße) koche, lehnt er zu viele Kohlehydrate ab und setzt
auf Fett und Proteine. Morgen gibt es Pizza, weil ich Pizza will. Und weil die
Schwammerl weiter müssen.
Für die Arbeit
habe ich mich heute nicht verausgabt, weil ich noch stolz und faul auf das Werk
vergangener Tage blickte. Dafür habe ich Vorlagen für Fadengrafik gegoogelt und
ausgedruckt. Immerhin ist schon nächste Woche Ostern! Nikolai war auch noch mal
einkaufen und hat mir einen Osterschinken mitgebracht. Ich habe aber noch nicht
mit den Karten begonnen, da ich mir dann zwischendurch ein Interview unseres
Chefs (also Kurz) angeschaut habe und da hat er gemeint, dass man statt den
Masken, die bald am Supermarkt ausgegeben werden sollen, auch Tücher etc.
nehmen kann. Die Vorstellung, jedes Mal so ein Wegwerfding zu nehmen, ist mir
zuwider, weil bei uns auch keine medizinische Notwendigkeit besteht. Es geht ja
nur darum, dass man in den Mundschutz hustet und nicht sonst wo hin. Also habe
ich mich zu meinem Kleiderschrank begeben und alle T-Shirts durchgeschaut, die
mir in zwei Wochen eh nicht mehr passen werden. Ich habe die Rückseite ausgeschnitten
und dabei die Naht jeweils drangelassen, damit es stabiler ist. Dann habe ich
es so gefalten, dass ich vier Lagen hatte. Ich habe ringsum mit Meisterhand
alles vernäht. Ich habe leider keine Nähmaschine hier herumstehen und so hat
mich der ganze Spaß zwei Stunden gekostet. Dann habe ich unten und oben ein
Stück Häkelgarn eingefädelt (jeweils horizontal) und dann von oben nach unten
alles gerafft (wie einen Fächer gefalten) und mit weiteren zwei Fäden links und
rechts zusammengebunden. Den oberen Faden habe ich hinterm Kopf
zusammengeknotet, der untere bleibt offen, sodass man den jedes Mal selbst
binden kann (auch hinterm Kopf). Die Gesichtsabdeckung sitzt ganz gut, wenn man
den oberen Faden übers Ohr legt.
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| oben Geschirrtuch, unten T-Shirt |
Erst mal Pause
machen. Vom Nähen hat meine Hand geschmerzt und ich hatte Hunger. Ich mag
Kohlehydrate, also habe ich mir ein Brot geschmiert mit Schmalz OR SO I THOUGHT!
Tatsächlich war der Aufstrich vegan und auf Kokosbasis. Ich hasse Kokos, aber
das Zeug hat wie richtiger Schmalz geschmeckt. Hut ab. Ich hab das im Übrigen
nicht gekauft. Da hatte wohl Nikolai eine vegane Phase.
Wir werden zwar
in Zukunft (vielleicht?) abwechselnd einkaufen gehen, aber mehr Masken sind mehr Masken. Also
habe ich alle Geschirrtücher zusammengesucht, die ich vom letzten Heimatbesuch
"ausgeliehen" habe. Tatsächlich frage ich Mama immer vorher und sie
vererbt mir dann die, die nicht in ihre Sammlung passen. Zwei habe ich hier bei
Nikolai. Der Vorteil von Geschirrtüchern ist, dass sie sehr grob sind und ich
deshalb auch mit einer riesigen Nadel durchstechen konnte und somit das
Häkelgarn direkt reingesteppen konnte. Ich habe also wieder das Tuch auf
vierlagig gefalten.
Oben ist da, wo nicht die Enden sind. Da lege ich einfach
einen Faden durch.
Unten habe ich mit einem Faden alle vier Lagen locker zusammengenäht.
Dann habe ich noch von unten nach oben gerafft und wieder mit einer Schnur
fixiert – fertig.
Arbeitsaufwand 15 min. Die Tücher kann man dann auch kochen/waschen und oft verwenden. Und am Ende hat man immer noch Geschirrtücher. Mit kleinen, dekorativen Löchern an den Rändern.
Das habe ich
mit zwei Tüchern gemacht. Ich habe auch noch ein Dreieckstuch, das zur Not auch
verwendet werden könnte.
Nebenbei habe
ich noch Analysen laufen lassen. Immer wenn ich zwei Zeilen Code schreibe,
fühle ich mich wie ein Genie. Genug der Schinderei. Jetzt schau ich mir wieder schöne Dinge im Internet an. Sowas wie Rezepte für Osterpinzen.
Hab grad Nikolai gefragt, welchen Gesichtsvorhang er bevorzugt und er meinte, die schwarze ist die coole, die gelbe was für Clowns und die blaue für die Hausfrau. Pfff.
Ich möchte noch mal auf das Vermummungsverbot in Österreich hinweisen. Wir machen uns strafbar, egal was wir machen. Ohne Mundabdeckung gefährden wir andere und dürfen kein Essen mehr kaufen. Mit Gesichtsverhüllung verstoßen wir gegen das Vermummungsvervot, das vorschreibt, dass man das komplette Gesicht erkennen können muss. Die Ausnahmen liegen im Ermessen des kontrollierenden Polizisten und da wird keiner was gegen Mundschutz sagen, aber jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, das Gesetz wieder zu streichen.





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