Anfang der
Woche habe ich wohl immer ein Motivationsproblem. Leider weiß ich inzwischen
nicht mehr, welchen Wochentag wir haben und somit auch keine Ahnung, wann der
Anfang der Woche vorbei ist. Es ist nicht nur so, dass ich nicht besonders viel
für die Arbeit mache, ich mache generell nicht viel. Andererseits wundere ich
mich immer, wie schnell die Zeit vergangen ist und das ist ja nicht unbedingt
schlecht.
Wir haben nun
genug Osterhasen, sodass wir erst mal nicht mehr einkaufen müssen.
Die Kresse
wächst weiter!
Ich habe mich
entschieden, den Kräuterseitling, der so schön wächst, in meiner Wohnung in einen
der leeren Blumentöpfe zu stecken. Ab da ist er auf sich allein gestellt. Dann
muss ich nur noch die Agarplatte verarbeiten. Damit könnte ich weitere Körner
beimpfen, aber fürs erste werde ich nur versuchen, etwas vom Agar auf eine neue
Platte zu verfrachten. Damit kann der Pilz weiter Myzel bilden und ich hab mehr
Zeit und Platz. Daheim bei meinen Eltern habe ich auch Pilzagar stehen. Um den
kümmert sich meine riesige kleine Schwester (hoffe ich).
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| guter Pilzagar |
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| Schön, aber kein Pilz |
Pilzagar kann man ganz
einfach selbst machen, indem man Kartoffeln kocht, zermatscht, abseiht und dann
mit 1 TL Agar pro 100 mL aufkochen. Wenn der Agar am Rührbesen klebt, braucht
man mehr Flüssigkeit. Alles gut durchkochen und dann in Schraubgläser 1 cm dick
einfüllen. Es geht auch mit weniger Volumen im Glas, aber ich habe immer mehr
Agar als mir lieb ist. Den Agar kann man dann mit einem Stückchen Speisepilz
animpfen und wenn man Glück hat und halbwegs steril arbeitet, wächst da dann Myzel
dieses Pilzes. Ich habe aber auch schon Hefe und Bakterienfilm produziert.
Sieht auch hübsch aus. Und wenn das Myzel dann fast am Rand des Agars
angekommen ist, kocht man Getreidekörner mit Wasser auf. Die Körner brauchen
genug Wasser, damit die Pilze gut reinkommen, aber nicht zu viel. Bei mir ist
das ca 1 L Wasser pro kg Körner, aber ich habe auch keinen Dampfdruckkochtopf.
Wenn durch das Kochen alles Wasser in den Körnern ist, füllt man die Körner in
sterile Gläser ein (sauber auswaschen und ich stell sie dann noch bei 120 °C in
den Backofen, bis ich sie verwende). Man füllt die Gläser zu zwei Drittel,
damit man noch schütteln kann. Verschlossen wird das Ganze mit den passenden,
ausgekochten Deckeln, die idealerweise ein abgeklebtes Loch im Deckel haben,
damit die Pilze atmen können aber nichts anderes hineinkommen kann. Wenn die
Körner wieder auf Zimmertemperatur sind, kann man sie mit bewachsenem Agar animpfen
– also Stückchen Agar reinschmeißen und schütteln. Das Ganze sollte dann im
Dunklen aufbewahrt werden, damit das Myzel wachsen kann. Die ideale Temperatur
variiert unter den verschiedenen Pilzen und Sorten.
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| zu wenig Flüssigkeit -> Pilz wächst kaum |
Was man dann mit den bewachsenen
Körnern macht, ist eine andere Geschichte. Geerntet habe ich bisher noch nie,
was aber nicht unbedingt an mir liegt, da ist mir mein Urlaub und die Pandemie dazwischen
gekommen. Aber seid unbesorgt, meine Schwammerl sind in besten Händen. Daheim
passt Papa und die riesige kleine Schwester drauf auf und hier in Wien die (Hobby)Gärtner
meines Vertrauens. Jedenfalls kann man mit den Körnern Substrat animpfen
(Körner in Substrat schmeißen und mischen). Das ideale Substrat variiert mal
wieder unter den Sorten, aber gängig ist zum Beispiel Sägespäne, Pappe, Stroh,
Kaffeesatz. Daheim probier ich es mit Avocadoblättern und/oder Stroh. Ich
berichte über den Fortschritt, falls sich einer einstellen sollte.
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| Avocadobäume. Unter der Folie ist das Laub versteckt |
Heute wollten
wir Fischstäbchen mit Kohlrabi machen, aber den Kohlrabi haben wir etwas lang
herumliegen lassen. Daraus mache ich dann morgen etwas. Stattdessen gab es
Fischstäbchen mit Bohnen á la Nikolai.
Der
Soletti/Kelly's Wagen ist nicht mehr zu sehen. Wir haben unsere Chance
verpasst.
Eigentlich ist
das ja schon interessant. Die ganze Straße hat im Erdgeschoss Läden drin, davon
ca 40 % Frisöre, 30 % Juweliere, 10 % Brautmode, ein paar Super- und
Drogeriemärkte und der Rest verkauft Essen. Die haben jetzt fast alle zu. Wir
sehen immer wieder Leute mit Dönertüten in der Hand direkt vorm Haus. Da muss
es also eine Quelle geben, aber wir sehen sie von hier aus nicht. Eigentlich werden
Imbisse wie Restaurant behandelt und sollten geschlossen haben bis auf
Auslieferungsdienste.
Das Wetter
heute: Keine Ahnung, ich habe nicht hinausgeschaut. Ich habe auch keine Sit-ups
gemacht, aber ich bin wieder in der Küche spazieren gegangen. Gleich machen wir
noch einen Schwesternsingabend per Whatsapp, da werden wir bestimmt wieder
"Laurentia" singen. Wenn man das singt, besagt das Grundgesetz, dass
man bei jedem "Laurentia" und jedem Wochentag eine Kniebeuge machen
muss. Nikolai wird wieder machtlos daneben sitzen, sich unsere Engelschöre
anhören müssen und sich die ganze Zeit fragen, wieso die Genfer Konvention hier
nicht greift.
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| Zusammenhangsloses Urlaubsfoto aus dem Linzer botanischen Garten |
Da ist wieder
so jemand mit lauter Musik unten in der Straße. Ich frage mich, ob sich die
Selbstwahrnehmung dieser Leute geändert hat. Vom Trottel, der seine Musik nicht
leise hören kann zum vermeintlichen Helden der Stunde, der dabei hilft, die
Moral oben zu halten? Das einzig gute ist, dass sie mangels Verkehres auch schnell
wieder weg sind. Und wie auch sonst in jeder Krise haben wir vorübergehend neue
Helden: Das Krankenhauspersonal; alle Leute, die Waren und andere Leute durch
die Gegend fahren; alle, die Lebensmittel etc. verkaufen; die Forscher;
WG-Genossen, die man auch nach einer Woche noch erträgt. Werden
Krankenschwestern und -brüder, Kassierer und Kassiererinnen deshalb mehr Lohn
bekommen, wenn das alles vorbei ist? Ich bezweifle das. Noch keine Krise, die
ich erlebt habe, hat das Verhalten der Leute dauerhaft geändert.
Satz des Tages: Lüg mich weiter an.
Habe soeben
meine Brille geputzt und somit heute auch etwas produktives erledigt.
So ungesund das
hier auch für mich ist, wenigstens trinke ich genug. Ich trinke sogar mehr Tee
als Bier.
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| weiteres zusammenhangsloses Ulaubsfoto aus Linz: Pöstlingbergbahn |







Ein Hoch auf zusammenhangslose Fotos! :D
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