Dienstag, 17. März 2020

Tag 2: Motivation ausgraben



Heute war ich pünktlich um 9 an meinem Arbeitsplatz. Vom Bett aus sind das 2 m. Ich habe auch tatsächlich knapp 4 h an meinem paper geschrieben mit nur ein paar kurzen Pausen auf colonist.io und mit viel Schokolade. Nebenbei lief Hintergrundbeschallung auf Youtube, die ich dann aber ausgeschalten habe, nach dem mir Herr Leisch mitgeteilt hat, dass die Quarantäne sinnvollerweise mindestens 8 Wochen dauern sollte. Jetzt laufen wieder die üblichen Krimis von ZDF, die alle gleich ignorierbar und überflüssig sind und wo in 4 h kein einziges Mal das böse "C"-Wort gefallen ist. Die Methoden des papers habe ich überarbeitet und nach dem Mittagessen kommen die Ergebnisse dran. Jetzt wird erst mal Borschtsch gekocht. Das ist ein echt geniales Gericht, wo man Rote Be(e)te, Kartoffeln und Kraut kocht und die Bude dann 3 Tage nach Kohl riecht. Perfekt wenn man die Wohnung nicht verlassen soll. Da kann ich dann auch gleich eine Menge Gemüse von daheim reinschnipseln. Weitere tolle Rezepte kann man bei Boris finden: https://www.youtube.com/user/NocturnoPlays
Wie immer schmeckte der Borschtsch glorreich, aber es war zu viel. Ich sollte in Zukunft den Tag mit Sport anfangen. Gleich morgen.
Nach einer Pestwelle im 16. Jahrhundert haben sich in München die Leute lange nicht vor die Tür getraut und sind erst wieder rausgekommen, als die Schäffler in den Straßen getanzt haben. Laut Wikipedia ist das eine erfundene Geschichte, aber es wäre doch fabulös, wenn es nach der aktuellen Seuche auch einen Tanz gibt, der für immer daran erinnert, wie alle nach Wochen der Isolation wieder in ihr Leben finden.

Streit des Tages: wer produziert mehr Staub? Nikolai beschloss heute als erste Amtshandlung die Wohnung zu saugen mit den Worten: "Absurd, wie viel Staub man produziert, wenn man daheim ist". Es ist erst der zweite Tag. Ich bin noch keine 48 h wieder im Land. Auf meine Beschwerde hin erklärte er, dass ich selbstverständlich keinen Staub produziere, was mir quasi meine Existenz abspricht. Auch ich staube! Frechheit.

Nach einem ausgedehnten Mittagsschlaf liegt mir der Borschtsch immer noch schwer im Magen (sicher nicht die Schokolade!), was ich mit Zirbenschnaps behandle. Damit schreibt es sich gleich viel beschwingter. Soweit ist das Daheimbleiben schon mal sehr schlecht für meine Gesundheit.
Danke an die edlen Spender
Das Schreiben am paper ist ziemlich zach. Also verbessere ich erst mal die Graphiken. [Erweist sich als nicht ganz trivial, damit kann ich mich auch ein paar Tage beschäftigen]
Heute abend ist Singen mit der Familie angesagt.

(Ich trinke sonst nicht viel, vor allem nicht an Tagen, wo ich am nächsten Tag arbeiten muss. So ein Lotterleben führ ich normalerweise nicht)

Ich wünsche, dass es angemessen honoriert wird, dass ich mein Essen fotographiert habe. Das habe ich für Euch getan!

Nachtrag: Wir haben über eine Stunde sehr falsch gesungen. Alle Beteiligten und Nachbarn haben es geduldig über sich ergehen lassen. Danach haben wir Star Trek angeschaut. Captain Kirk rettet wie Welt.

9 Kommentare:

  1. das mit den fotos hast du gut gemacht!

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    1. Danke! Da habe ich also aggressiv genug nach Komplimenten gefischt :D

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  2. Ich hab eine Verständnisfrage: Was bedeuted das Wort "zach"? :D

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    1. Man spricht es "zaach".

      Wenn wir schon dabei sind: Wusstest Du, dass der Gasteig in München von "Gach Steig" kommt, also eine gacher Steig, was ein steiler Weg ist? Angeblich ist "gach" mit "jäh" verwandt. Meine Sprachvorfahren sind wohl zu faul für Umlaute.

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  3. Sowas wie zäh oder langsam/schleppend ;-)

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  4. Gar nicht falschgesungen haben wir! 'verständnislos guckender Smiley'

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    1. Hmpf, das ist dann wohl Geschmackssache. Schon allein die grauslige Internetverbindung hat immer für einen unfreiwilligen Kanon gesorgt. Aber ja, sonst natürlich alles Engelschöre.

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  5. Der Zirbenschnaps hilft sicher auch beim Singen

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