Mittwoch, 8. April 2020

Tag 24: Schneckenpost


Diese Präsentation fertig zu stellen dauert wesentlich länger, als ich dachte. Ich wollte das bis morgen erledigt haben. Auch die Eier habe ich nicht gefärbt, nachdem ich an der Arbeit saß, bis wir singen angefangen haben. Das Singen fand diesmal ohne unser Bruderherz statt, der grundlos entschuldigt gefehlt hat. Er hat sich entschuldigt ohne Gründe anzugeben, will ich damit sagen.

Impressionen aus der Wohnung
Angebrochene Palette der Büchse der Pandora
Stubenreine Fledermäuse

Ich war auf der Post um Briefmarken, was auch reibungslos funktioniert hat. Die Post hat einen Wachmann, der immer maximal 3 Leute in den Verkaufsraum lässt. Dort muss man dann eine Nummer ziehen (und dafür auf ein bestimmt steriles Display fassen), um auf seinen Aufruf zu warten. Bei drei Leuten dauert das auch nicht lang. Der Schaltermensch kann sich hinter einer Plexiglasscheibe verstecken. Brav haben alle mit EC-Karte gezahlt.

Als ich wieder daheim war, war Nikolai grade mitten im Osterputz. Ich fühlte mich einigermaßen fehl am Platz und versuchte, möglichst wenig durch meine Anwesenheit zu verunreinigen.

Meine Schwammerlzucht muss langsam in die nächste Phase. Viel weißer kann der Inhalt des Glases nicht mehr werden. Wenn ich den Pilz nicht bald füttere, stirbt mir der noch! 
Und auch das Myzel auf der Agarplatte ist bereit, für eine Körnerbrut herzuhalten.

Ich wollte eh am Freitag ins Büro um meine Herbarbelege durch zu schauen, die mir eine Kollegin bereitgelegt hat. Dann könnte ich danach meine Wohnung aufsuchen und den Pilz im Blumenkübel mit Erde anbauen. Zwischen Uni und Wohnung ist ein Park, in dem einige Leute einen Gemeinschaftsgarten angelegt haben. Ich habe mich vor 3 Jahren um einen Platz beworben und grade eben kam eine Mail, dass 4 qm frei wären. Die Mail haben noch 4 andere bekommen, deshalb bin ich mir nicht sicher, ob ich den Platz bekomme, aber schön wäre es schon. Dann könnte ich Karotten oder Salat oder so für die Hasen anbauen. Es sind ja auch keine Exkursionen heuer für mich geplant, wo ich dann 6 Wochen weg wäre. 

Ob ich am Freitag an die Uni fahre, hängt davon ab, ob alle an der Uni regelmäßig ihre Mails lesen, denn ich musste meinem Chef schreiben, dass ich am Freitag im Büro arbeiten will, damit er das abnicken kann und das Datum an unsere Sekretärin weitergibt, die dann wiederum das Rektorat informiert, damit dieses mir einen Passierschein ausstellen kann. Den Passierschein benötige ich, um im Fall der Fälle der Polizei (oder wem auch immer) verständlich machen zu können, dass ich nicht nur aus Spaß draußen unterwegs bin. Ich bin gespannt, ob das Passierschein a38 ist.

Ich trinke täglich 3 Kannen Tee mit jeweils 2 Teebeuteln, was bei ca 11-13 Teebeuteln pro Schachtel (auf jeden Fall immer eine ungerade Anzahl) einer halbe Packung entspricht. In der Woche bringe ich also 3-4 Teeboxen durch, was auch finanziell einschneidend ist. Wenn ich das hochrechne, bin ich bei ca. 60 € im Monat. Da könnte ich mir auch anständigen Tee zum selbstmischen kaufen. Andererseits würde das mehr Platz beanspruchen und das ist nichts, wovon wir hier reichlich hätten.

Zu den eh schon verpflanzten Keimlingen habe ich noch die restlichen dazu geschmissen. Mal schauen, wer das überlebt. Schlimmere Wohnungsnot als bei uns.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen