Normalerweise hasse ich Zahnarztbesuche, weil mein Gebiss
nicht grad Standard ist. Meine oberen Schneidezähne haben zum Beispiel keine
Wurzeln – haben zwei bis vier unabhängige Zahnärzte/Kiefernorthopäden/Fotzenspangler
gesagt. Zu zweien bin ich gegangen und die haben dann jeweils einen Kollegen
hinzugezogen. Entsprechend begeistert bin ich dann immer, wenn ich einem neuen
Zahnarzt davon erzähle und der erst mal schaut, ob meine Zähne auch wirklich nicht
rausfallen, wenn man dran rüttelt. Meine neue Zahnärztin hat davon abgesehen, und
hat mich zuerst zum Röntgen geschickt und erst, als ihre Diagnose "Wurzeln
vorhanden" lautete, hat sie kurz dagegen geklopft, um ihre Stabilität zu
demonstrieren. Sie hat darüber hinaus gesagt, dass meinen Zähnen nichts fehlt.
Einerseits freut mich das, andererseits … bin ich jetzt ein Hypochonder? Ich
habe seit 6 Wochen Zahnweh – alles eingebildet? Habe ich umsonst keinen Alkohol
getrunken? Und wieso habe ich plötzlich wieder Wurzeln in meinen Zähnen? Sind
hier die Röntgengeräte besser? Sind sie nachgewachsen? Waren sie nie weg?
Fragen über Fragen.
Ich war seit mindestens drei Jahren nicht beim Zahnarzt. Und
dann keinen Karies. Ich klopf mir selbst auf die Schultern.
Abends habe ich dann mit dem Schal angefangen. Ich hab ihn
dreimal wieder aufgetrennt, bis ich mit der Breite zufrieden war.
Wir haben die letzte Episode der heulenden Carrie angeschaut
(im Internet unter Homeland zu finden), und ich hätte dem Russen echt eine
anständige Beziehung mit einer emotional stabilen Frau gewünscht.
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| Märzen im April |


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