Dienstag, 14. April 2020

Tag 30: 4 qm Beetglück


Endlich war es soweit – Dienstag, der Tag, wo ich zum Dienst fahre. Wie beim letzten Mal bin ich mit einem Leihrad zur nächstgelegenen Station geradelt und bin von da aus zu Fuß weitergelaufen. Als ich ankam, ging mein Chef gerade. Wir haben noch kurz Höflichkeiten ausgetauscht, dann bin ich arbeiten gegangen. Für heute war geplant, meine Art auf Unterarten zu prüfen und nebenbei wieder einmal Analysen laufen lassen. Endlich mal wieder einen Bildschirm in anständiger Größe.
Mittags habe ich mir Kürbissuppe in der Mikrowelle warmgemacht.

Meine Radieschen sind riesig geworden! Und der Petersil lebt auch noch. Die brauche ich für die Arbeit, nicht zum Essen.

Auf dem Weg zu meinem Beet habe ich festgestellt, dass der Laden an der Uni offen gehabt hätte. Die verkaufen da regionales Gemüse und so. Schade, dass ich das vergessen habe.

Dann war ich endlich bei meinem Beet! Es ist wunderschön! Mein Vorgänger hat mir Mangold, Minze, irgendwas Aromatisches und sehr viel Gras und Löwenzahn hinterlassen. Die Beetmarkierungen sind irreführend, aber genug Platz ist schon da. Es gibt nämlich weiße Striche an den Wänden und dann noch Bretter, die im Beet unterteilen und beide behaupten unterschiedliche Dinge.
vorher

nacher

Auch wenn der Mensch, der mir alles erklärt hat, ein Fan von Löwenzahn und anderem Unkraut ist, habe ich das dann rausgerissen. Die haben alle möglichen Gerätschaften in einem Schuppen, aber weder eine Grabgabel noch kleine Handschaufeln. Ich frage mich, ob ich falsche Vorstellungen vom Gärtnern habe. Die größten Wurzeln habe ich rausgerissen (oh nein, ich habe den Boden gestört!), dann habe ich Pilzmyzel vergraben und ein paar Blumen gepflanzt und Samen ausgestreut. Den Samen kann ich heuer sonst eh nicht mehr verwenden und alt ist er auch noch. Wenigstens haben sie jetzt eine Chance auf Wachstum.

Morgen im Supermarkt kaufe ich dann Samen der wirklich wichtigen Kulturen! Pastinak! Und Sellerie! Und Karotten. Vielleicht nehme ich auch noch einen Salat dazu für die Schnecken.

In meiner Wohnung bot sich mir ein Bild der Freude und des Schreckens. Einerseits gedieh die Mango prächtig. Sie sieht sehr gesund aus und wächst auch in einem anständigen Maß. 

Andererseits ist mir Tobi fast krepiert! Mein kleinblättriger Basilikum! Ich esse eigentlich nie Basilikum, aber darum geht es ja auch nicht! Tobi ist mit mir in diese Wohnung eingezogen. Ich habe ihn von daheim mitgebracht und er hat mich seit drei Jahren überlebt. Ich habe die Hoffnung, dass er sich auf solche Dürreperioden vorbereitet hat, da ich in seinem lang/dreijährigen Leben schon oft unregelmäßig gegossen habe (allein schon, wenn ich wieder sechs Wochen auf Urla… Exkursion war.). 
RIP Tobi
Der Kurkuma hat sich tatsächlich von meinen letzten Misshandlungen erholt und hat einen Trieb! 
Kurkuma mit Wodkainfusion

Nachdem ich alle Mitbewohner gegossen und ihre Flaschen nachgefüllt habe, habe ich den Staubsauger eingepackt und bin heim gefahren. Das andere heim, das bei Nikolai.
Mangold ohne Bewässerung - lebt immer noch

Nikolai hat noch Toast Hawaii gemacht. Er hat den ganzen Tag nichts gegessen! Den kann man auch nicht alleine lassen.

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