Es ist Sonntag. Sonntage zeichnen sich dadurch aus, dass
andere Leute herumschreien. Unter der Woche hört man ununterbrochen
"eineuroeineuroeineurooooo" von den Verkäufern unten am Markt.
Sonntags rennen kreischende und schreiende Kinder durch die Straße. Sonst ist
es recht ähnlich. Die Trambahnhaltestelle knackt immer noch und verkündet 6 und
36 nach jeder vollen Stunde seine pandemischen Weisheiten. Die Trotteln in
ihren Autos denken an jedem Wochentag, dass irgendwer sich für ihren "Musik"-"Geschmack"
interessiert.
Mittags gab es wieder mal Toast Hawaii.
Und heute abend wird wieder gesungen.
Die Sandler haben es grad auch nicht leicht. Sind ja kaum
Leute unterwegs. Wenn ich an die Uni radl, komme ich auch immer am
Drogenzentrum vorbei, wo sich immer mindestens 20 Leute sammeln um gemeinsam
Bier zu trinken.
Nach dem Singen hab ich mir noch Nudeln warm gemacht. Ich
schmeiß grad Antibiotika und die soll ich zum Essen einnehmen. Das ist voll
nervig, weil man dadurch zum Abendessen gezwungen wird. Aber morgen nehm ich eh
die letzte und dann hab ich meine Ruhe. Morgen geh ich auch Zahnfoto abholen,
dann hab ich vielleicht wieder mehr zu erzählen.
Nikolai hat während des Singens Erde aus meiner Wohnung geholt. Jetzt kann ich den Blumen wieder mehr Sonnenlicht verschaffen. Im Moment versinken die im Topf.
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