Freitag, 24. April 2020

Tag 40: Biblische Tage

Am 40. Tag muss immer etwas besonderes passieren. Irgend ein Mensch war 40 Tage in der Wüste, die Fastenzeit ist in der Regel 40 Tage und hat nicht auch Judas 40 Silberlinge bekommen?


Heute ist nichts besonderes passiert.
Außer, dass Tobi von den Toten auferstanden ist.

Um 10 macht der Knopfladen gegenüber auf, also ging ich eine halbe Stunde später los, um einer Freundin 10 m Gummi zu kaufen. Ich werde montags wieder in den Laden gehen um Wolle für Handschuhe und einen Schal für meine Oma zu kaufen. Ich muss ja auch meine neue Freundin möglichst oft in ihrem Laden besuchen. Sie hat mich gefragt, wie lang das Paket nach Deutschland gebraucht hat, weil sie seit einer Woche auf ein Paket wartet, das aber innerhalb von Wien verschickt wurde.

Vielleicht kauf ich dann auch mal ein paar Meter Hosengummi für mich und pimpe meine Masken. Nikolai sagt zwar nichts, aber er wird Gummi auch wertschätzen.

Wir wollten auch Stoffmasken kaufen, haben aber bisher keine gefunden. Ich habe heute welche gesehen, aber ich war nicht in Shoppinglaune. Dummer Fehler. Als ob ich den Luxus hätte, nach Lust und Laune einzukaufen. Gekauft wird, wann und was da ist. Wir haben wohl akzeptiert, dass der Maskenspaß noch länger andauern wird und holen uns Ersatzmasken. Da alle aus Stoff sind, kann man sie gut waschen und mit mehr Masken können wir besser rotieren.

Nach dem Gummikauf bin ich an die Uni geradelt. Ein McD liegt am Weg und da seit dieser Woche der Drive in geöffnet hat, standen auch einige Autos an. Es gab alberne Videos, wo eine komplette Straße vor einem Drive in mit wartenden Autos voll war. Natürlich wollten die nicht alle labbrige Semmeln mit ausgelatschtem Salat drin haben. Die meisten wollten einfach nur heim und konnten an den Trotteln nicht vorbei, die die Straße blockiert haben, nur weil sie nicht selbst kochen können. Mich wundert das ein bisschen, nach welchen Kriterien Geschäfte geöffnet werden. Dass nur kleine Läden bis 400 qm aufmachen dürfen hat den Hintergrund, dass dann Publikumsmagneten noch zu bleiben und die Leute sich hoffentlich verteilen und keine Anstürme auf bestimmte Läden entstehen. Aber warum hat McD auf, aber die meisten Würstelstände nicht? Sind die schon alle pleite? Oder können sie sich das Öffnen nicht leisten, solange so wenig Leute unterwegs sind? Aber zumindest haben nun auch ein paar Leute ein gutes Geschäft, die sonst nicht viel Umsatz haben, wie zum Beispiel der Knopfladen oder Schneider, die jetzt Masken nähen.

An der Uni habe ich voll Ehrfurcht die riesigen Radieschen bewundert.

Dann habe ich eine Analyse gestartet und bin dann zum Hofladen gegangen. Ich war auf der Suche nach einem Radi, aber hier gibt es nur den italienischen, und der ist einen Meter lang. Gefunden hab ich auch dort keinen.

Dann bin ich in den Park gegangen um nach meinem Beet zu schauen und zufällig war auch meine Freundin da, der ich den Gummi gekauft habe. Zusammen haben wir mein Beet bearbeitet und Sachen ausgesät. Von meiner vorigen Aussaat und den Blumen war nichts (mehr) zu sehen. Irgendwer hat meinen Pilzberg durchwühlt. Da gab es wohl einen Feinschmecker.

In der Uni habe ich auch noch einen Austernpilz gefunden! Also das Myzel davon. Ich muss eh bald Körnerbrut ansetzen, dann hab ich wieder Brut von Kräuterseitling und Austernseitling.

Nach dem Garteln ging ich in meine Wohnung. Tobi lebt! Alles außer der Zitrone lebt. Ich warte noch, vielleicht treibt sie noch mal aus, aber ehrlich gesagt hängt da auch nicht viel Herzblut dran. 
Kurkuma mit zwei Stängeln. Ist sie nicht wunderschön?
Nach dem Gießen habe ich die Infusionen neu befüllt und für die Mango einen tieferen Topf gebaut, indem ich den Boden aus einem Topf geschnitten habe und einen weiteren darunter gestellt habe. Dazu habe ich alle Werkzeuge zusammen gesucht und am Ende ging das sehr einfach mit dem Taschenmesser.

Mango Mango Mango
Die Wurzel wollte weiter nach unten
Topfverlängerung

Die Lausinvasion vom letzten Mal hat sich aufgelöst. Es schwirrten ein paar Fruchtfliegen herum, aber sonst war es erstaunlich tierfrei.
Letzte Woche haben sie einen Radikalschnitt bekommen, da sie verlaust waren. Jetzt lausfrei.

Am Weg zurück ins Büro war ich noch mal im Garten, um meine Mangolds auszusetzen. Da gieße ich sie genauso wenig, aber sie haben mehr Nährstoffe und vielleicht gießt sie der nette Herr mal mit, den ich dort getroffen habe. Da war auch noch ein junger Typ, der gefragt hat, ob er mal helfen kann. Er wohne hier seit kurzem und er würde gern mal mitmachen.
Mangold, jetzt draußen bei seinen Artgenossen

Im Büro war die Analyse fertig und ich habe die Daten kopiert und bin wieder heimgeradelt. Es war noch ein Rad übrig am nächsten Radlstand und ich nahm es. Es stellte sich heraus, dass man den Sattel nicht verstellen kann und so musste ich auf Zehenspitzen heimfahren. Ich bin jetzt rechtschaffen müde und habe wahrscheinlich einen Sonnenbrand. Aber wenigstens war ich mal wieder draußen. Ich schaffe den Weg ins Büro jetzt auch ohne Kreislaufkollaps, dank dem regelmäßigen harten Training, das meine riesige kleine Schwester zweimal wöchentlich veranstaltet.
Meine Cheffin hatte wieder einen Ideenschub, was direkt proportional zu Arbeitsvorschlägen für mich ist. Ächz.

Draußen riecht es gerade göttlich! Der Flieder und die Spiräen blühen und duften!

Ich habe auch schon die erste Hollerblüte gesehen. Nächste Woche, wenn ich gießen gehe, werde ich ein paar sammeln und dann gibt es Hollerkiarchl. 


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