Mittwoch, 20. Mai 2020

Tag 64 und 65: Mal wieder im eigenen Bettchen schlafen


Gestern habe ich keinen Bericht hochgeladen, weil ich bei mir daheim war. Dort gibt es keinen Computer und nur so viel Internet, wie die Nachbarn übrig haben.
Bei jedem Stöckchen steht ein Radi.

Gestern ist an der Uni der Strom ausgefallen, was mir meine Kolleginnen mitteilten, weil ich ja den Linuxrechner belege. Die Berechnungen wären durch den Stromausfall abgebrochen, wären sie nicht eh schon seit Sonntag fertig gewesen. Leider ergebnislos, weil ich einen Fehler im Script hatte. Naja, da habe ich halt das Script korrigiert und neu laufen lassen.

Danach bin ich heim gegangen. Unterwegs habe ich im Hofladen eingekauft und habe noch mein Beet besucht. Die Radis werden immer größer, aber bis zur Ernte dauert es noch Wochen. Daheim war immer noch keine Antwort von der Post. Ich warte auf einen Brief von denen, was mit dem Päckchen für meinen Bruder passiert ist. Es ist ja auf dem Weg zur Basis aus dem System verschwunden. Die Zustände in der Post-Basis scheinen weiterhin schlimm zu sein. Es gibt viele Infizierte dort und auch dort, wo die Arbeiter wohnen. Ein bisschen wie in den Schlachtereien in Deutschland.
Die Schnecken haben sich an meinem Schwamemrl gütlich getan. Aber zumindest ist er gewachsen und hat ein schönes Myzel gebildet. Vielleicht macht er ja sogar noch mal Fruchtkörper.

eine Artischocke.

Daheim habe ich mich erst mal alles gegossen und dann mich hingelegt. 2 h später bin ich wieder aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen. Es war auch erst 20 Uhr. Ich konnte dann aber stundenlang nicht einschlafen. Erst als Nikolai mir einen Twitch-Link geschickt hat, den ich dann angeschaltet habe, schlummerte ich ein. 

Am Morgen sah ich mich verpflichtet, die abgelaufene Milch, die ich am Tag zuvor erworben hatte, zu verwenden und kochte mir eine absurde Menge Grießbrei. Man ist nie zu alt für Grießbrei. Ich hatte sogar noch Zimt und Zucker daheim.

Nach diesem Gelage hatte ich bis nachmittags keinen Hunger, was ganz praktisch war, weil ich 5 h im Labor arbeitete. Ich habe ein paar Proben vermessen. Das Gerät ist neu eingestellt und hat einen neuen Laser und alles und es macht wesentlich mehr Spaß damit zu messen als wie vor ein paar Monaten, als einfach nichts richtig funktioniert hat (weil der Laser kaputt war). Dadurch kann ich jetzt viel schneller meine Proben vermessen als ich gedacht hatte. Das wird auch die Laborcheffin freuen, die mir dabei helfen muss.
Mein Lavendel, vom Vorgänger geerbt.

Ich habe im Hofladen einen Kohlrabi, Zitronen für Hollersirup, grünen Spargel, Birnen, Milch, Käse und einen Aufstrich gekauft. Die Birnen sind der Wahnsinn. Ich habe noch nie so gute Birnen gegessen. Und dann habe ich noch Hollerblüten gesammelt. Oder Hollerdolden.

Nikolai und ich trafen gleichzeitig bei ihm ein. Kurz darauf kam sein Freund und jetzt sind beide unterwegs zum Burgeressen. Eigentlich wollte Nikolai einen Burrito. Nikolai kann endlich all seine Lieblingsrestaurants wieder besuchen und er tut es auch.

Wir singen gleich und ich zisch mir ein Bier. Wenn Du magst, könntest Du ja auch ein Bier trinken? Mein Opa ist grad im Krankenhaus, ich glaube Nierenversagen, und auch wenn es nichts bringt, trinke ich jetzt ein Bier auf ihn. Opa weiß gutes Bier zu schätzen und ich weiß meinen Opa zu schätzen. Besuchen ist so oder so nicht, aber ein Bier, das schaffen wir.
Und morgen schreibe ich ihm einen Brief.

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